Научная статья на тему 'Angst vor der Masse in die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge'

Angst vor der Masse in die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge Текст научной статьи по специальности «Языкознание и литературоведение»

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Ключевые слова
СТРАХ / РИЛЬКЕ / ТОЛПА / МАЛЬТЕ ЛАУРИДС БРИГГЕ / FEAR / RILKE / CROWD / MALTE LAURIDES BRIGGE

Аннотация научной статьи по языкознанию и литературоведению, автор научной работы — Марал О.М.

Данная статья посвящена теме «Страх перед толпой» в литературном дискурсе на примере романа Райнера Марии Рильке «Записки Мальте Лауридса Бригге». Данная тема актуальна по следующим причинам: исследования в области литературоведения, психологии и социологии, а также изображение страха перед толпой в литературном дискурсе в настоящее время представляют большой интерес по причине возрастающих проблем внутри общества (в данном случае места отдельного человека в обществе и его эмоционального состояния, а также поведения в отношении к другим членам общества), а также их возможных решений, для чего необходимы научные знания по данному вопросу. В данной работе произведен анализ изображения страха перед толпой в творчетсве Р.М. Рильке, а также его конкретного романа «Записки Мальте Лауридса Бригге» со ссылками на автобиографические черты данного произведения.

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СТРАХ ПЕРЕД ТОЛПОЙ В "ЗАПИСКАХ МАЛЬТЕ ЛАУРИДСА БРИГГЕ"

This article is devoted to the topic “Fear of the Crowd” in literary discourse on the example of Rainer Maria Rilke’s novel “The notebooks of Malte Laurids Brigge”. This topic is relevant for the following reasons: studies in the field of literature, psychology and sociology, as well as the image of the fear of the crowd in literary discourse are now of great interest because of the growing problems within society (in this case, the place of an individual in society and their emotional state, as well as behavior in relation to other members of society), as well as their possible solutions, which require scientific knowledge on this issue. In this paper, an analysis of the image of the fear of the crowd in the creative work of RM. Rilke is described, as well as his specific novel “Notes by Malta Laurids Brigge” with links to the autobiographical features of this work.

Текст научной работы на тему «Angst vor der Masse in die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge»

in Verbindung mit Bergbau und Edelmetallen gebracht werden [2, S. 24]:

Sin helm waz rot guldin, // dar an lag manig rubin // und ouch der karfunkel.

Laurin ist ein echter Zwerg im Sinne des Wortes „Bergmännchen", er lebt im und ist mit seinem Schicksal als Zwergenkönig sehr zufrieden. Für Fischerle scheint sein Status als Zwerg eine große Last zu sein. Er fühlt sich als Zwerg unwohl. Dies wird dadurch klar, indem er von einer Reise nach Amerika träumt, wo er als reicher Mann mit einer schönen Blondine in einem Schloss leben und keine finanziellen Sorgen haben wird. Dies deutet seine Unzufriedenheit in verschiedenen Aspekten an: Als kleinwüchsiger Mann, als armer Teufel, als Mann einer Prostituierten und als nicht anerkannter Schachweltmeister.

Die Heirat der literarischen Figuren ist ein sehr wichtiger Aspekt. Für Fischerle ist die Heirat einerseits eine Erleichterung, weil er dadurch von allen finanziellen Problemen losgelöst worden ist; andererseits ist er mit einer unattraktiven alten Prostituierten verheiratet und leidet nicht nur als Mann eines Straßenmädchens, sondern auch als nicht anerkannter Schachspieler. Er erzählt Kien, dass er zur Heirat gezwungen wurde. Kunhilt hingegen wurde von Laurin mit Gewalt zur Frau genommen. Es ist auch unklar, auf welche Weise ihre Heirat vollzogen wurde: Einerseits erwähnt Laurin, dass sie noch eine Jungfrau ist („Kunhilt dy swester din, // dy ist noch eyn reyne meit, // dau wizze vor eyne warheii" [2, S. 76]), andererseits ist sie in seinem Bett gelegen. Die Beziehung zwischen Fischerle und seiner Frau wird klar definiert [1, S. 192]:

Sie stand ruhig da und ließ [!] sich, so stark sie war, von ihm alles gefallen. Es waren die einzigen ehelichen Zärtlichkeiten, die er ihr gönnte.

Laurin heiratet eine Christin und wird dadurch von der Gesellschaft akzeptiert. Die Heirat verändert seinen sozialen Status. Fischerle träumt davon, mit Hilfe seiner Gabe, Schach meisterhaft zu spielen und somit die Akzeptanz unter den Menschen zu finden.

Die Diskriminierung durch die Gesellschaft lässt sich wie folgt zeigen: Fischerle wird in der Gesellschaft abgelehnt, Laurin hingegen ist unter den Gleichaltrigen akzeptiert und mit seiner Position als Zwergkönig zufrieden. Die Menschen sind jedoch im Unrecht: Wetich und Dietrich zerstören den Rosengarten, zerstampfen die schönen Rosen, zerreißen den Seidenfaden ohne objektiven Grund [2, S. 30]:

„Waz hat ir gerochen, // daz ir hat zcubrochen // minen rosen garten?"

Fischerle wird von den Mitmenschen misshandelt und träumt, vor dem Schachbrett sein ganzes Leben verbringen zu können, um nie mehr diskriminiert zu werden.

Dem oben Behandelten zufolge ist Ambivalenz des Wortes „Zwerg" ein wichtiges Objekt der Untersuchungen in der Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft. Es wurde anhand der Zitate und logischen Schlussfolgerungen bewiesen, dass die Figur des Zwerges einen Wandel vornahm: Das Magische wur-

de ausgelassen und negative Eigenschaften prägten vermehrt das Bild des Zwerges. Das Problem der Darstellung des Zwerges in den mittelalterlichen und gegenwärtigen deutschsprachigen Texten und die Verwendung dieses Lexems in der Vielfältigkeit ihrer Bedeutungen, stellt eine breite Perspektive dar und lässt sich anhand der weiteren theoretischen Werke und praktisch gezielten wissenschaftlichen Arbeiten weiter untersuchen.

Literaturverzeichnis

1 Canetti E. Die Blendung. Wien : Herbert Reichner Verlag 1974.

2 Lienert, E. Laurin. 1. Einleitung, ältere Vulgatversion, "Walberan". Berlin : de Gruyter 2011.

3 Afanassjew, A. Slavjanskaja mifologija. Moskva : EKSMO 2008.

4 Anderson L, Lull J. „A Certain Text": Close Readings and Textual Studies on Shakespeare and Others in Honor of Thomas Clayton. London : Rosemont Publishing&Printing Corp. 2002.

5 Duden . Das Herkunftswörterbuch, Etymologie der deutschen Sprache. Band 7. Mannheim : Dudenverlag21989.

6 Falk, H. Wortschatz der germanischen Spracheinheit. Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht51979.

7 Fussy H.; Steiner U. Österreichisches Wörterbuch Wien : ÖBV & hpt VerlagsgmbH & Co. KG392001.

8 Lienert, E. Laurin. 2. „PressburgerLaurin", „Dresdner Laurin", jüngere Vulgatversion, Verzeichnisse. Berlin : de Gruyter 2011.

9 Wahrig Digital.

УДК 821.112.2 О.М. Марал

Венский государственный университет факультета педагогики, славистики и германистики, Вена

страх перед толпой В «записках мальте лауридса бригге»

Аннотация. Данная статья посвящена теме «Страх перед толпой» в литературном дискурсе на примере романа Райнера Марии Рильке «Записки Мальте Лауридса Бригге». Данная тема актуальна по следующим причинам: исследования в области литературоведения, психологии и социологии, а также изображение страха перед толпой в литературном дискурсе в настоящее время представляют большой интерес по причине возрастающих проблем внутри общества (в данном случае - места отдельного человека в обществе и его эмоционального состояния, а также поведения в отношении к другим членам общества), а также их возможных решений, для чего необходимы научные знания по данному вопросу. В данной работе произведен анализ изображения страха перед толпой в творчетсве Р.М. Рильке, а также его конкретного романа «Записки Мальте Лауридса Бригге» со ссылками на автобиографические черты данного произведения.

Ключевые слова: страх, Рильке, толпа, Мальте Лауридс Бригге.

O.M. Maral

Programm Pedagogic, Russian and German language at the departments of Pedagogics, Slavic and German languages of the Vienna University, Vien

ANGST VOR DER MASSE IN DIE AUFZEICHNUNGEN DES MALTE LAURIDS BRIGGE

Abstract. This article is devoted to the topic "Fear of the Crowd" in literary discourse on the example of Rainer Maria Rilke's novel "The notebooks of Malte Laurids Brigge". This topic is relevant for the following reasons: studies in the field of literature, psychology and sociology, as well as the image of the fear of the crowd in literary discourse are now of great interest because of the growing problems within society (in this case, the place of an individual in society and their emotional state, as well as behavior in relation to other members of society), as well as their possible solutions, which require scientific knowledge on this issue. In this paper, an analysis of the image of the fear of the crowd in the creative work of RM. Rilke is described, as well as his specific novel "Notes by Malta Laurids Brigge" with links to the autobiographical features of this work.

Key words: Fear, Rilke, crowd, Malte Laurides Brigge

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Als die ausführlichste Lehre über das Massenphänomen und seiner soziologischen und politischen Zugehörigkeit gilt das Werk Masse und Macht von Elias Canetti, welches in dem vorliegenden Artikel als theoretische Grundlage zum Thema „Masse" genommen wird. Das Buch Masse und Macht, an welchem der Autor über dreißig Jahre gearbeitet hat [2, S. 289-290], befindet sich an der Grenze zwischen der Literatur und Soziologie, wobei die literarischen Elemente in die pragmatische Wissenschaftssprache eingeflochten werden [3, S. 18]. Unter Masse wird von Canetti das Erlösen von der Berührungsfurcht verstanden [3, S. 14]. Im Kern der Massenbildung liegt die Überwindung der angeborenen Berührungsfurcht [3, S. 13]; Canetti ist der Meinung, dass die größte Angst vor dem Angreifen von etwas Unbekanntes ausgelöst wird. Das Wort „Masse" wird von Rilke im Malte meistens in der Bedeutung „Vielzahl von Menschen" gebraucht, wobei es eine Stelle gibt, wo die Masse als Personifizierung auftritt. In dem Satz „Dieses intime Mißverständnis [!] kränkte mich über die Maßen [!]" wird das Wort „Masse" in der Bedeutung „zu, sehr" verwendet. Wenn der Protagonist auf einen Aufruf in einer Art von Poliklinik wartet, ist er gezwungen, neben einer Masse zu sitzen [1, S. 762-763], wobei er wieder an der Soziophobie schwer leidet. Diese Stelle wird weiters weggelassen, weil sie der Fragestellung der Untersuchung nur indirekt entspricht.

Das Werk Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge ist das einzige Prosawerk von Rainer Maria 88

Rilke, welches er in Form eines Romans geschrieben hat und seine erste literarische Erfahrung, die einen tiefen psychologischen und philosophischen Kern beinhaltet. Von Holthusen wird Malte als Rilkes Versuch, existentielle Fragen zu behandeln, interpretiert [5, S. 100] und stellt ein Werk dar, welches voller Analytik der Angst ist. Nicht umsonst wird Rilke von Paul Valéry in seinem Werk Gedenken und Abschied (1927) als ein von Ängsten und Geheimnissen des Geistes besessener Mensch charakterisiert. Im Malte wird die Sammlung von Autorerinnerungen präsentiert - seien es seine nicht einmaligen Pariser Aufenthalte, die insgesamt zwölf Jahre gedauert haben [5, S. 67], oder das bürgerliche Leben in Berlin, gemütliche Spaziergänge mit Leo Tolstoj oder die Bergwanderungen in Malmö. Hierbei ist ohne jeden Zweifel zu äußern: Die vom Haupthelden geschilderten Bilder sind dem Autor des Romans ebenso bekannt gewesen.

Die Handlung des Buches wird ständig durch innere Monologe des Protagonisten überschnitten, in welchen der Autor seine eigenen Gedanken und Lebensansichten äußert. Als Datum der Fertigstellung des Romans Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge wird März 1910 [5, S. 101] angesehen. Nach der langen Arbeit (1904-1910) [7, S. 7] wurde das Werk abgeschlossen. Bei dem ziemlich geringen Umfang werden sowohl die enorme innere Vielfältigkeit des Romans als auch der Maßstab der angekündigten Probleme hervorgehoben. Durch die Erzählungen des Protagonisten Malte Laurids Brigge werden die Bilder des Pariser Lebens dargestellt, und zwar des Lebens der armen Menschen, die sich vollkommen von den bevorstehenden Schilderungen der Armut im Das Stunden-Buch unterscheidet. Die Tatsache, dass Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge unbestreitbare Züge eines autobiographischen Werkes darstellen (von Rilke hingegen bestritten [5, S. 100]), ist dem Briefwechsel des Autors mit seinen Freunden und Verwandten leicht zu entnehmen, welcher im Werk von Holthusen Rainer Maria Rilke in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten gut illustriert wurde. Schon ab Beginn der Handlung im Roman werden die Parallelen zum Leben des Autors sichtbar: das Datum der Ankunft vom Protagonisten und seine Anschrift in Paris sind mit denen von Rilke identisch [5, S. 74].

Die unmittelbare Verbindung zwischen Rilke und Angstgefühl ist aus dem Leben des Autors zu entnehmen. Schon als Kleinkind hat er nicht nur die intensive Innigkeit, sondern auch gleichzeitig enorme Angst verspürt und auch in schriftlicher Form zur Sprache gebracht [5, S. 11]. Was seinen Pariser Aufenthalt betrifft, wird er als „die Summe der erlebten Schrecken" von Holthusen bezeichnet [5, S. 76]. Die Furcht des Autors steht in unmittelbarem Zusammenhang mit seiner Mutter, Tochter des kaiserlichen Rats [5, S. 7]. Er fürchtet sich, in ihrer Nähre zu sein [5, S. 14]. Mit dem Bild von Mutter ist eine Art Neurose, die bei ihm Angstgefühle auslöst, verbunden; In diesem Zusammenhang wird hier von

Rilke das Wort „Grauen" verwendet, welches der hohen Grad an Angst (genauso wie „Entsetzen") ausdrückt. Für die Beschreibung seiner Mutter wird außerdem von ihm das Epitheton „schrecklich" verwendet. Im Malte hingegen ist ein positives Bild von der Mutter zu finden: Sie schützt ihr Kind vor seinen Ängsten, leuchtet in der Dunkelheit und bewahrt Ruhe [1, S. 778]. Von Holthusen wird vermutet, dass diese Episode nicht erfunden wurde, sondern eigene Erinnerungen Rilkes an seine Kindheit darstellt, die einfach dichterisch verarbeitet wurden. Holthusen erklärt dies als „gebrochen-kompliziertes Verhältnis zum Mitmenschen als Liebesobjekt überhaupt" [5, S. 15]. Die Mutter von Malte hat noch eine Eigenschaft, die sie mit Rilke in Verbindung setzt: Sie ist eine Neurotikerin. Dies wird einer Schilderung aus Malte entnommen, wo der Protagonist seine Mutter beschreibt und ihre Krankheit - Angst vor Nadeln

- erwähnt, wobei er die irreversible Wirkung dieser Neurose auf die Frau betont [1, S. 786].

Der Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge wird als der Beginn der Krise im Schaffen von Rilke angesehen [7, S. 5], die später durch den ersten Weltkrieg verstärkt wird. In dem mit Malte parallel entstandenen Stunden-Buch wird nicht auf religiöse, sondern auf gesellschaftskritische Themen eingegangen und Angst und Elend dargestellt [5, S. 78]. Nicht nur die Gesellschaft ist erkrankt; Rilke leidet selbst an Neurosen, an Zerrissenheit zwischen dem „Unter-den-Menschen-Sein"-Zustand und dem Streben nach Einsamkeit [5, S. 79]. Das Fertigstellen des Malte hat eine Grenze über die Pariser-Thematik gezogen und ein Gegensatz zu den Neuen Gedichten gebildet. Die Krise im Schaffen wird zur inneren Krise und hat auch die Weltanschauung des Autors beeinflusst. Mit der Schilderung des Lebens von Malte Laurid Brigge wurde das prosaische Schaffen von Rilke abgeschlossen. Nachdem die Hauptmerkmale des analysierten Werks illustriert wurden, wird weitere Analyse auf das Phänomen „Angst vor der Masse" anhand des Romans von Rilke durchgeführt.

Angst vor der Masse wird in der Psychologie und Psychiatrie wird als Demophobie (von griech. demos

- "Volk" und phobos - "Furcht", "Angst") bezeichnet [10, S. 221], unter welcher die neurotische Angst vor Menschenansammlungen verstanden wird [11, S. 118]. Als Synonym der Demographie wird von Peters die Bezeichnung "Ochlophobie" (von griech. ochlos -"Menschenmenge" und phobos - "Furcht", "Angst") verwendet [9, S. 540]. Legerwie und Ehlers ordnen diese psychische Störung den Neurosen zu [6, S. 281].

Dieser neurotische Zustand ist dem Autor der Aufzeichnungen wohl bekannt gewesen, welcher nicht nur guter Psychologe, sondern auch Patient der Psychotherapeuten war. Rilke hat versucht, seine neurotischen Zustände mit Hilfe der Psychoanalyse zu überwinden, wobei er sich mit dem Internisten Dr. Freiherr von Staufenberg gelegentlich getroffen hat [5, S. 18]. In der Schilderung dieser therapeutischen Sitzungen, die in seinem Briefwechsel mit Lou

Andreas- Salome zu finden sind, berichtet Rilke von der Angst, sich an seine Kindheit zu erinnern. Rilkes Versuch, seine Neurosen zu bekämpfen, hat sich nur auf die Psychoanalyse beschränkt, weil er der Meinung war, stark genug zu sein, ohne zusätzliche Mittel das Schrecklichste alleine zu überwinden [5, S. 18]. Dies geht aus einem Briefwechsel zwischen Rilke und Sedlakowitz hervor. In diesem Briefwechsel wendet sich Rilke erneut dem Thema Russlands zu, indem er seine Kindheit als Jahre der Hingebung und Unterwerfung, welche für Ostslawen als angeborene Eigenschaften so charakteristisch sind, beschreibt. Rilkes Kenntnisse der russischen Geschichte werden im Malte aufgezeigt, indem er das Ende von Grigorij Otrepjev („Lzedmitrij") schildert [1, S. 882]. Angst ist ein häufiges Motiv bei Rilke gewesen: Er war immer bereit, menschliche Sehnsüchte und Ängste zu schildern [5, S. 71]. Verschiedene Ängste verfolgen auch den Protagonisten des Romans Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. In der vorliegenden Arbeit wird versucht, die Momente, insgesamt 15 an der Zahl, der Handlung zu erläutern, in denen seine Angst vor der Masse dargestellt wird.

„Es roch, soviel sich unterscheiden ließ [!], nach Jodoform, nach dem Fett von pommes frites, nach Angst" [1, S. 709]. Hier wird keine individuelle Angst, sondern die Angst vor allen, vor der ganzen Gesamtheit aller Menschen auf der Straße, geschildert. Der Protagonist fühlt sich nicht wohl in dieser Stadt, in dem ersten Absatz des Romans deutet er bereits an, dass er in dieser Stadt sterben könnte [1, S. 709]. Eine Versammlung der Menschen bedeutet für ihn eine Gefahr, er hätte sich lieber vor all den Gerüchen, Gesichtern und Emotionen in seiner Muschel versteckt. Sobald ein Mensch in Ohnmacht fällt und eine Menschenmenge diesen umgibt, werden bei dem Protagonisten Gedanken an den Tod ausgelöst. Das Überleben in dieser gefährlichen Welt scheint das Lebensziel zu sein.

„Es roch, soviel sich unterscheiden ließ, nach Jodoform, nach dem Fett von pommes frites, nach Angst" [1, S. 709]. Die Satzwiederholung dient dazu, das ewige Problem des Lebens und des Todes hervorzurufen und die inneren Ängste des Autors ans Licht zu bringen. Das erwähnte Kind wird zweifellos geheilt [1, S. 709], nicht jedoch der Protagonist: Ab dieser Szene beginnt er, seinen Weg zum Tode zu beschreiben. Das Verb atmen steht in engem Zusammenhang mit der Etymologie des Wortes „Angst", was in Kapitel 1 erwähnt wurde: Nach Wandruszka wird die Herkunft des Lexems „Angst" mit Wörtern wie „Enge", „würgen" und sogar Gaumentzündung („angina") verbunden [13, S. 15]. Atmen - Atmungsprobleme (schlechte Luft, Gestank, etc.) - Angina - Angst. Bewusstlos (oder auch mit Absicht - dies kann jedoch nicht bewiesen werden anhand dessen, dass der Autor tot ist) bindet Rilke diese zwei auf den ersten Blick nicht verwandten Begriffe in einer Phrase zusammen und ruft seinen Gedanken in Form des Parallelismus hervor.

Die nächste angsterregende Masse wird in der

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Episode über den Brand geschildert. Es wird über die furchtbare Stille [1, S. 710] gesprochen, die über alles und alle herrscht. Sogar die Stille stellt eine Gefahr dar, die ihrer Semantik nach wiederum mit dem Tode (im Sinne der Totenstille) verbunden ist. Feuer wird von Canetti als Symbol der Masse bezeichnet [3, S. 87], welches ihre zerstörerische Kraft verkörpert. Es wird auch auf die Seiten 712-714 eingegangen, auf denen die Erinnerungen an Hôtel-Dieu geschildert werden. In diesem Ausschnitt kommt sowohl Angst („Ich fürchte mich. Gegen die Furcht muß [!] man etwas tun, wenn man sie einmal hat" [1, S. 712]) als auch Masse („Die Masse macht es" [1, S. 713]) vor. Dies ist die erste Erwähnung von Masse im Zusammenhang mit dem Hôtel-Dieu, welches als eine Grabstätte für eine hyperbelisierte Menge von Menschen dargestellt wird und zum Tode führt. Hier wird das Thema der Nichtigkeit des einzelnen Menschen, aber ebenso das Problem der Massengräber und der „tötenden Ärzte" angesprochen. Dies wird sich bei Oskar Negt in seiner Gesellschaftslehre über Kältestrom erläutert, indem die gegenwartige Situation in den Krankenhäusern und Altersheimen geschildert und die Wertlosigkeit des Lebens angesprochen wird [8, S. 167-169].

Auf den Seiten 718-720 des analysierten Werkes wird eine zerstreute Masse beschrieben, die einen gemeinsamen Anhaltspunkt hat: den Sterbensprozess von Christoph Detlev. Obwohl all diese Menschen nicht zu einem Zeitpunkt gleichzeitig auftreten (außer einer Messe, welcher Beschreibung auf metaphorischer Weise aufs Thema der Todesmöglichkeiten von Herrn Detlev kommt [1, S. 719]), werden sie als eine Gruppe gesehen [3, S. 15]. Masse wird hier als Menschenmenge voller Angst vor dem sterbenden Kammerherrn geschildert. Von besonderer Bedeutung ist Rilkes Vergleich von Christoph Detlev mit Iwan dem Schrecklichen [1, S. 720]. Die russischen Motive treten häufig bei Rilke auf, nachdem er zweimal nach Russland gereist ist und viele Eindrücke gesammelt hat (was von Holthusen mehrmals angedeutet wird [5, S. 30-46]). Im Malte kommen die russischen Motive ebenso bei der Schilderung der Freundschaft zwischen den Familien Brigge und Schulin vor [1, S. 837-839]. Es stellt sich hierbei die Frage, ob der Brand bei den Schulins (laut Canetti ist das Feuer das Hauptsymbol der Masse [3, S. 87]) ein Hinweis auf die bevorstehende Oktoberrevolution in Russland darstellt. Nachdem Rilke zweimal Russland bereist und sich grundsätzlich mit der Kultur und Geschichte Russlands auseinandergesetzt hat, hätte er zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits bestimmte revolutionäre Gerüche vernehmen können. Hierauf verweist eine Stelle des Romans, in der Frau Schulin nicht mit der Nase, sondern mit den Ohren „riecht" [1, S. 841]. Die Bedeutungsübertragung zeigt eine andere Art der Wahrnehmung, in diesem Fall - auf den Ruhm, auf die Gespräche unter den Adeligen, die auf der Seite der Romanovfamilie standen. Ein weiterer Hinweis auf Rilkes Erfahrungen mit Russlands kommt bei der Beschreibung einer weiteren Figur, 90

Nikolaj Kusmitsch, vor [1, S. 853-866]. Nikolaj stellt einen neurotischen Menschen dar, welcher in seinem Wahnsinn jeden Zugang zur Realität verloren hat, wobei er ununterbrochen die Gedichte der russischen Dichter deklamiert.

Weiters wird eine Szene im Lesesaal der Nationalbibliothek beschrieben [1, S. 741]. Unter dem Ausdruck „viele Leute" (circa 300 Menschen laut der Angabe des Protagonisten) werden als Masse wahrgenommen. Er empfindet dabei positive Gefühle und deutet an, dass diese Masse gerade so angenehm ist, weil bei der Berührung voneinander die lesenden Menschen nichts spüren und einfach das Lesen fortsetzen. Gleichfalls werden keine Streitigkeiten aufkommen, wenn Menschen aneinanderstoßen, weil die Menschen unter dem Bann/ der Magie der Bücher dies nicht wahrnehmen. Nach Canetti wird menschliche Bewegung durch die Furcht der Berührung diktiert [2, S. 12]. In der oben genannten Schilderung wird gerade die Freude des Autors gezeigt, dass diese Berührung von den lesenden Menschen nicht wahrgenommen wird. Diese Szene stellt eine Ausnahme dar, in der eine Menschenversammlung als etwas Positives bewertet wird: Hierbei ist zu beachten, dass Rilke Respekt vor der Literatur und dem Buch als Medium hatte. Es bleibt offen, ob diese Vorliebe zum Lesen und Schreiben eine Art der neurotischen Zustände auf diese Art und Weise katalysiert hat.

6. In einem weiteren Abschnitt wird das Thema der „Fortgeworfenen" zur Sprache gebracht [1, S. 742-743]. Der Protagonist hat Angst davor, dass die Bettler seine Groschen nicht annähmen. Aber eine größere Angst wird dadurch festgestellt, dass die „Fortgeworfenen" die handelnde Person zu eigenem bestimmten Typ eines Menschen angehörig meinten.

Eine weitere Darstellung der Masse erfolgt in der Episode, in der der Hauptheld aus einem Lokal in die „dickflüßigen" Straßen hinaustreibt [1, S. 751-752]: Dies wird von Canetti als „dichte" Masse bezeichnet [3, S. 14], in der die Menschen einander nicht nur physisch, sondern auch psychisch bedrängen. Nach der Beschreibung der wird der gesundheitlicher Zustand des Protagonisten

geschildert: er ist verschwitzt, hat Probleme mit dem Kreiskauf, ihm war „die Luft längst zu Ende". Dies bestätigt den Ursprung des Wortes „Angst", welches mit „würgen" und „unruhig sein" verbunden wird.

In der Darstellung von Menschenmasse in der SalpKtriure [1, S. 758-763]wird ein leitendes Motiv der fabrikmäßigen Gesellschaft mit ihrer mechanisierten Umgebung mit den Menschen angedeutet, welches mit den Motiven der sozialen Kälte bei Negt übereinstimmt [8, S. 158-169]. Der Hauptheld ist durch diese Menschenmasse genervt, sie ruft bei dem Protagonisten Unruhe und Ängstlichkeit hervor, er kann nicht ruhig sitzen bleiben und sieht in den Gesichtern der Menschen nur Verächtliches, wodurch diese dem Leser als Monster oder zumindest sehr unsympathisch erscheinen.

Die Formierung der Masse wird in der Episode

mit den Kellnern dargestellt, wobei der Protagonist unmittelbar in Panik gerät und voller Angst davon rennt [1, S. 769-774]. Er fürchtet nicht die Menschenmasse, sondern die Vorahnung, solche zu treffen, schüchtert ihn ein. Ob dies in Zusammenhang mit seinem neurotischen Zustand oder mit der Angst vor öffentlicher Demütigung (anstelle des stolpernden Mannes von den Kellnern ausgelacht zu werden) steht, ist jedoch umstritten. Unbestritten ist hingen, dass eine Menschenmenge Angstgefühle in ihm weckt. Darauffolgend spürt er die Angst des Hüpfenden und in sich selbst aufsteigernd, er hat genauso Mitleid wegen dieser Angstgefühle sowohl mit dem Fremden als auch unbewusst mit sich selbst. Durch sein Mitgefühl verliert der Protagonisten seine eigene Energie und ist in der Schlussszene, als sich eine reelle Masse um den Leidenden gebildet hat, fühlt sich der Hauptheld völlig „entleert" [1, S. 774].

10. Auf Seite 830 wird eine Masse beschrieben, die aber jedoch keine zerstörerische Kraft in sich trägt. Rilke spricht von einer Masse von jungen Mädchen, die in den Museen zu finden ist. Der Ort der Massenbildung ist daher das Museumsgebäude, die Absicht ist auch bei allen Mittätigen gleich - sie kommen, um eigene Zeichnungen anzufertigen. Er versetzt sich in diese Mädchen und versucht, ihre innere Welt dem Leser zu schildern. Bei dieser Masse fehlen manche Eigenschaften einer Masse, die von Canetti unterschieden werden; Für die Analyse ist es wichtiger, dass dies bei Rilke in dieser Form erscheint, weil sich dadurch sein Interesse an den Menschen zeigt.

Todesangst kommt im Malte auf Seite 859 im Zusammenhang mit der Masse vor, die den Protagonisten in der vollen Stadt „überfiel" [1, S. 859]. Meistens ist diese Furcht auf ein Geschehen gerichtet: Tod des nahe sitzenden Menschen während einer Bahn-Fahrt, der Beinahe-Tod von einem Mädchen, das von ihrer Mutter letztendlich gerettet wurde [1, S.859]. Malte betont aber dabei, dass die Todesfurcht ihn auch ohne Grund überfallen könnte: Dieses Gefühl ist nicht situationsbezogen, sondern dem Helden eigen.

In seiner Schilderung des Todes von Grirogij Otrepjev [1, S. 882-884] stellt Malte die Masse dar, die nach Canetti ein zerstörerisches Potenzial in sich trägt [3, S. 18-20]. Diese Masse ist offen, wächst ständig, ist wendet sich Otrepjev zu, sie hat sogar ihre eigenen Führer - als Beispiel kommt bei Rilke Fürst Sujskij vor. Dies ist eine Hetzmasse [3, S. 54], deren Ziel ist rasch zu erreichen und einfach hinzurichten. Diese Masse ist auf das Töten konzentriert. Demzufolge wird der Leichnam von Otrepjev drei Tage auf unterschiedliche Weise hingerichtet und zwar in der Öffentlichkeit, welches von Malte auch erwähnt wird.

Eine weitere Massenbildung stellt die Episode über Lothringen dar. Nach Canetti wird diese Masse als „dichte" Masse bezeichnet [3, S. 14]. Das Ziel dieser Masse war aber nicht zerstörerisch, sondern human - es wurde nach dem im Kampf verloren gegangenen Herzog gesucht. Die gebildete Masse

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hatte einen Führer, welcher Page des Herzogs war. Das Epitheton „dicht" kommt wortwörtlich vor [1, S. 888], wobei es in Verbindung mit der herrschenden Kälte der Episode steht.

Auf Seite 902 wird für Rilke eine typische Menschenmasse beschrieben - eine

Straßenmasse. Der Protagonist flaniert in Paris an einem schönen Sonntag in einer bunten Menschenmasse, die ziemlich zerstreut ist. Die Idylle wird durch das Erscheinen eines armen

Menschen zerstört, wobei sich der Autor dem führenden Thema des Malte-Romans hinwendet - dem Thema der Armut. Hier wird die Absicht des Autors, das Problem der Existenz hervorzuheben, deutlicher [4, S. 203-220]. Dieses synchrone Erlebnis wird demnächst in Diachronie übergehen, wobei Malte sich Fragen der Zeitgeschichte widmet.

Eine weitere Massenerscheinung wird auf Seite 908 dargestellt. Hier wird eine Volksmasse beschrieben, die von einem König angeführt wird. Diese Szene stellt voller Pathos das Erscheinen eines Königs vor seinem Volk dar, welcher damit die Menschen zu ermutigen versucht. Diese Masse hat sich in der Zeit der politischen Unruhe gebildet. Die Masse als solche stellt hier keine Gefahr dar, wobei der König sich währenddessen an einen Kampf und Massentode erinnert. Die Entladung [3, S. 16-18] der Masse wird durch einen Jubel hervorgerufen, welchen der König nicht vernimmt. 16. In seinen Erinnerungen an die Weltgeschichte kommt Malte zu einer weiteren Massenversammlung: Die Predigt des Papstes [1, S. 914]. Seine Predigt traf auf den Unwillen des Volkes, welcher er anschließend entflieht. Hier wird eine aktive, nicht zerstörerische, jedoch negativ dem Papst gegenüber gestimmte Masse geschildert. Sie hätte das Potential, große Veränderungen zu unternehmen, welches vom Autor nicht erläutert wird.

Die Analyse zur folgenden Schlussfolgerung gekommen: Der Begriff „Masse" ist ein wichtiges Objekt der Untersuchungen in der Literaturwissenschaft, Soziologie, Psychologie und Zeitgeschichte. Mit Hilfe der theoretischen Methode wurde die Angst vor der Masse im Schaffen von Rilke und in dem MalteRoman vorgestellt. Eine weitere Schlussfolgerung dieser Arbeit ist, dass die gewählte Analyse es ermöglicht, die Schwerpunkte des Werkes herauszufinden und für weitere Untersuchungen mit der Philosophie des Autors in Verbindung zu setzen. Das Problem der Realisierungen der Darstellung der Angst vor der Masse stellt eine breite Perspektive dar und lässt sich anhand der weiteren theoretischen Werke und praktisch gezielten wissenschaftlichen Arbeiten weiter untersuchen.

Literaturverzeichnis

Primärliteratur

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5 Holthusen H.E. Rainer Maria Rilke in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg : Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1958.

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11 Peters U.H. Psychiatrie und medizinische Psychologie von A-Z. Weyarn : Seehamer Verlag GmbH31999.

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13 Wandruszka, Mario. Angst und Mut. Stuttgart: Ernst Klett Verlag

УДК: 378 Т.Б. Назарова

МГУ им. М.В. Ломоносова, Москва

приобретение и расширение словарного ЗАПАсА: от естественного многообразия к организованному процессу

Аннотация. В статье показано, что усвоение лексики это процесс постоянного совершенствования, основанного на знании языковой системы, ее использования в речи, а также на языковом чутье: движение происходит от внутреннего многообразия к организованному процессу с учетом потребностей обучаемых в рамках хорошо организованной пошаговой методики расширения словарного запаса.

ключевые слова: словарный запас, расширение словарного запаса, внутреннее разнообразие, подход, метод, методика, деловая английская лексика, организованный процесс, функциональная стратификация, страта/страты.

T.B. Nazarova

Moscow state University. M.V. Lomonosov, Moscow

VOCABULARY ACQUISITION AND VOCABULARY EXTENSION: FROM INTRINSIC DIVERSITY TO ARBITRARY ORDER.

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Abstract. In the article vocabulary acquisition is shown to be a process of ongoing improvement based on the knowledge of the language system, its use in speech and one's feel for the language; the

movement is from intrinsic diversity to arbitrary order with the needs of the learners at the core of a well-organized step-by-step methodology of vocabulary extension.

Key words: vocabulary, vocabulary acquisition, vocabulary extension, intrinsic diversity, arbitrary order, approach, method, technique, Business English vocabulary, functional stratification, stratum/ strata.

-One of the common misconceptions in ELT (English language teaching) tends to treat vocabulary as a homogeneous inventory of patterned unilateral items reduced to the meanings they acquire in speech at the speaker's will. The natural diversity of forms and meanings within the lexical system is purposefully disregarded and, not infrequently, levelled out. Vocabulary acquisition itself is often enough approached as a highly subconscious activity that requires no effort on the part of the learner; the need for the consciously devised and consistently deployed methods is hardly ever given a thought. In fact, vocabulary extension is erroneously confounded, or purposefully identified, with osmosis in plants. This pervasive myth has been cleared up on several occasions [3, 4].

Acquiring the vocabulary of a highly developed literary language presupposes a lot of hard work and controlled activity; it is not as instant, easy, effortless and subconscious as some people allow themselves to believe. Some vocabulary items find their way into people's individual lexical inventories on their own, surfacing with time in numberless related contexts, settings and situations of spoken and written interpersonal/professional/intercultural/business interaction. However, no one has uncovered so far the actual volume and impact of the subconscious (and of the uncontrolled) on language learning in general and vocabulary acquisition in particular. Teaching as well as learning vocabulary should be approached as a consciously organized and continuously monitored process of ongoing improvement [3, 4].

The role and significance of the vocabulary in the system of the language and the centrality of words in language learning have been highlighted by both linguistics (the science of natural human languages) and linguistic didactics aimed at elaborating practicable methods and learner-oriented methodologies. It has been shown that words denote concepts, the latter being the essential instruments of one's cognition of the world. The number of words as lexical items exceeds the number of sounds and phonemes on the diacritical level. Words change with time phonetically, morphologically, and semantically (through new uses and new meanings). The lexicon of the language is heterogeneous: it embraces clear-cut associative links and numerous borderline cases - phonetic and morphological variation, polysemy, homonymy, antonymy, synonymy, paronymy, etc. The lexical system presented in dictionaries by different generations of lexicographers is constantly and continuously outpaced by usage,